Es ist ja bekanntlich nicht alles Gold was glänzt. Nicht selten, werden fett gedruckte Zinsen durch ein kleines Sternchen dahinter und einen klein-gedruckten Zusatztext relativiert. Gerade beim Eröffnen eines neuen Girokontos, egal ob bei Postbank, Sparkasse, Deutscher Bank, SEB oder Volksbank - es geht nicht ohne die Konditionen genau zu studieren. Dieser Artikel soll Ihnen helfen herauszufinden, ob ein Konto bei der Postbank das Richtige für Sie ist oder andere Girokonten anderer Banken eventuell doch besser sind.
Die Postbank hat aktuell genau drei Giro-Konto Varianten im Portfolio. Besprochen wird hier das Postbank Giro Plus, welches das aktuelle Flaggschiff der Postbank ist. Darüber hinaus bietet die Bank der ehemaligen Post noch das Giro extra plus und das Giro start direkt an, welches auf welche an anderer Stelle eingegangen wird.
Als kostenloses Girokonto von der Postbank beworben, kommt das Giro plus Konto eigentlich nur ohne monatliche Kontogebühren aus, wenn ein regelmäßiger Geldeingang von 1.000 Euro im Monat stattfindet. Ist das nicht der Fall, beträgt der monatliche Kontoführungspreis 5,90 Euro monatlich. Eine Kontoführungsgebühr die deutlich höher liegt, als bei vergleichbar guten Banken wie beispielsweise den Sparkassen. Das Giro plus Konto sollte also wirklich nur in Betracht gezogen werden, wenn mehr als 1.000 Euro im Monat "in die Kasse kommt". Ob das Geld aus Gehaltszahlungen, der Rente oder Mieteinnahmen stammt, ist dabei unerheblich. Die Mindestanforderung an einen monatlichen Zahlungseingang, ist der größte Nachteil des Postbank Girokontos. Man kann also nicht uneingeschränkt von einem kostenlosen Konto sprechen, da es sehr viele Menschen im Land gibt, die einen Geldeingang in dieser Höhe nicht vorweisen können.
Das war im grossen und ganzen allerdings der Einzige Nachteil. Ansonsten lassen sich fast nur Vorteile ausmachen. Bei gleichzeitiger Eröffnung eines Tagesgeldkontos, wird ein Maximalbetrag von bis zu 500.000 Euro nämlich aktuell mit guten 1,10% (Stand 15/04/2010) verzinst. Ein eindeutiger Vorteil, da das Tagesgeldkonto gleichzeitig bei Beantragung des Girokontos mit eröffnet wird. Mit diesen Tagesgeldzinsen gehört die Postbank in die Top Ten aktueller Angebote.
Ein weiterer Vorteil für das Postbank Giro plus, den allerdings auch fast alle Konkurrenten bieten, ist der uneingeschränkte Zugriff auf Online Banking. Das Onlineportal der Postbank wurde von der Zeitschrift Chip in Ausgabe 7/2008 zum sichersten und besten Online Banking Portal gekürt.
Wenn es darum geht an das angesparte Geld zu kommen, hat Kunden mit der Postbank Maestro Card oder der Visa Kreditkarte zwei Möglichkeiten zur gebührenfreien Auszahlung. Mit mehr als 7.000 Automaten in der Cashgroup, sollte es kein Problem sein einen entsprechenden Automaten entweder bei der Postbank direkt oder einer Partnerbank zu finden. Die hohe Anzahl an Geldautomaten in Deutschland spricht eindeutige für ein Postbank Konto. Nur die Sparkasse und die Volksbanken haben mehr Automaten.
Noch einmal zurück zur angesprochenen Kreditkarte von Visa. Die gibt es ab dem Zeitpunkt der Kontoeröffnung für ein Jahr kostenlos. Der vermeintliche Vorteil entpuppt sich im zweiten Jahr allerdings eher nachteilig. Dann kostet die Kreditkarte nämlich über 20 Euro jährlich. Vergleichsweise teuer gegenüber anderen Anbietern von Kreditkarten. Die Karstadt Quelle Bank beispielsweise, bietet eine völlig kostenlose Mastercard an, die man auf Wunsch zusammen mit den Giro Plus Konto der Postbank nutzen kann. Unsere Empfehlung, die Postbank Visa Karte nicht bestellen bei Kontoeröffnung.